Was ist Kickboxen überhaupt? Wie der Name schon sagt, wird bei dieser Kampfsportart mit Tritten (Kick) und Schlägen (Boxen) gearbeitet. Das Kickboxen ist sehr dynamisch und eine wettkampforientierte Sportart.
Entstanden bzw. entwickelt wurde das moderne Kickboxen in den 1970ern in den USA und wurde damals noch als Sportkarate oder auch als Allstylekarate bezeichnet. Ziel war es, die untereinander sich nicht gerade grünen traditionellen Kampfsportarten wie zum Beispiel die verschiedenen Karatestile (Shotokan, Kyokushin, Seidokan u. a.), Taekwondo oder Kung-Fu-Stile unter einheitlichen Regeln im sportlichen Vergleich gegeneinander antreten zu lassen. (Getreu nach der Devise: „Mein GungFu ist besser als Dein GongFu“).
Kickboxen ist dem klassischen Boxen oder auch dem Thaiboxen (Muay Thai) und dem französischen Boxen (Savate) näher als den traditionellen asiatischen Sportarten, da beim Kickboxen das Hauptaugenmerk nicht auf Tradition und Form liegt, sondern im (Wettkampf-)sportlichen Vergleich. Normalerweise gibt es auch keinen Formenlauf oder eine Kata. Kickboxen wird relativ „frei“ ausgeführt, d.h. formenfrei, aber natürlich nach festen Regeln. Wie bei den Traditionellen auch, wird im Pointfighting (Leichtkontakt), im Semi- und im Vollkontakt gekämpft, wobei dem Vollkontakt die größte Bedeutung zukommt. Daher werden hauptsächlich Techniken aus dem klassischen Boxen und dem Thaiboxen trainiert und eingesetzt. Eine sehr bekannte Variante des Kickboxens ist heute das sogenannte K-1. Entstanden als Turnier in Japan wird K-1 heute als ein weltweites Tournament mit Ausscheidungskämpfen und dem Finalturnier in Tokio sogar im TV weltweit übertragen. Seit einiger Zeit wird auch das sogenannte Fitnessboxen betrieben, eine Variante ohne Sparring und Kampf.
Trotz der fehlenden Tradition sind Kickboxer/innen keine Straßenschläger. Kickboxen wurde schon bei den olympischen Spielen im alten Griechenland vor über 2500 Jahren ausgeübt. Der Name lautete damals Pankration und es wurde ohne jegliche Schutzausrüstung gekämpft. Im alten Siam (heute Thailand) wurde das Kickboxen als chinesisches bzw. siamesisches Boxen mit hanfbandagierten Händen ausgeübt. Sogar im alten Ägypten gab es vor 5000 Jahren bereits Boxveranstaltungen.
Diese Sportart verlangt von ihren Schülern viel Disziplin, Fitness, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Reaktionsvermögen, Kraft und Ausdauer, aber auch körperliche Härte. Das Kickboxen kann in jedem Alter ausgeübt werden. Es eignet sich hervorragend zur Selbstverteidigung, kann aber natürlich auch als Wettkampfsport oder einfach zur körperlichen Ertüchtigung ausgeübt werden. Kickboxen bildet Taktik, Mut, Willen und Entschlossenheit.
Die Techniken des Kickboxens bestehen aus verschiedenen Boxschlägen wie Gerade- oder Hakenschläge, aber auch Drehschläge und Ellenbogenschläge aus dem Thaiboxen können zum Einsatz kommen. Bei den Bein- und Fußtechniken werden so ziemlich alle Arten von Kicks eingesetzt, wobei vorwiegend Lowkicks, also tiefe Tritte gegen den Oberschenkel des Gegners eine große Rolle spielen. Auch Knietechniken und Drehkicks werden ausgeführt. Im Training werden grundsätzlich Boxhandschuhe und Schienbein-/Fußprotektoren getragen. Es wird viel mit Schlagpolstern und Boxsäcken gearbeitet, die Feinheiten der verschiedenen Techniken werden durch das Schattenboxen verbessert. Im Sparring wird das Distanzgefühl trainiert.
Vorerst soviel von uns. Wer sich das Ganze mal anschauen will, ist herzlich eingeladen, montags ab 19:00 Uhr in der kleinen Sporthalle vorbeizuschauen.
Die Trainer Jürgen Reha und Winny Butz
Weitere Informationen zu Mitgliedsbeiträgen, der Vereinssatzung o.ä. sind ebenfalls verfügbar.